Te quiero Barcelona!
La vida es linda
Sonntag, 27. Januar 2013
Donnerstag, 27. Dezember 2012
Frohe Weihnacht mit dem katalanischen Caganer
Nachdem ich mich für Weihnachten nach Deutschland verabschiedet habe, ist es trotzdem an der Zeit euch ein bisschen spanische Weihnacht näher zu bringen.
Läuft man durch die Straßen des weihnachtlichen Barcelonas sieht man überall ganz besondere kleine Krippenfiguren: kleine Männchen mit heruntergelassener Hose mit einem Häufchen unter dem Hintern. Besonders besinnlich wirkt das auf den ersten Blick nicht. Dabei handelt es sich beim katalanischen "Caganer", zu deutsch "kleiner Scheißer" um die typischste Krippenfigur. Zur Weihnachts- und Adventszeit wird den Kindern die Geschichte des "kleinen Scheißers" vorgelesen.
Dieser Bauer mit seinem weißen Hemd, roter Mütze und Pfeife sollte in die Geschichte eingehen. Im 17. Jahrhundert erinnerte man sich in Katalonien zurück an den kleinen Bauern und nannte ihn von nun an "Caganer", kleiner Scheißer. Vor allem durch den Realismus wurde dem "Caganer" neue Bedeutung verliehen: er verkörperte eine Figur die so natürlich und damit absolut menschlich war, eine Figur, mit der sich jeder identifizieren könnte. Fortan sollte sie als Krippenfigur nicht nur ein typisch menschliches Bedürfnis ausdrücken, sondern gleichzeitig durch das "Düngen eines Feldes" auch ein Zeichen der Fruchtbarkeit darstellen.
Läuft man durch die Straßen des weihnachtlichen Barcelonas sieht man überall ganz besondere kleine Krippenfiguren: kleine Männchen mit heruntergelassener Hose mit einem Häufchen unter dem Hintern. Besonders besinnlich wirkt das auf den ersten Blick nicht. Dabei handelt es sich beim katalanischen "Caganer", zu deutsch "kleiner Scheißer" um die typischste Krippenfigur. Zur Weihnachts- und Adventszeit wird den Kindern die Geschichte des "kleinen Scheißers" vorgelesen.
" In jenen Tagen machten sich Hirten und Schafe, sowie einige Bauern auf den Weg, um den Heiland in der Krippe zu suchen. Der Weg war lang und regte die Verdauung an. Kurz vor dem Ziel konnte ein Bauer nicht mehr anders: Er verrichtete am Wegesrand noch schnell sein Geschäft, bevor er das Jesuskind erblickte."
Und so darf auch heute noch der Caganer in keiner katalanischen Krippe fehlen. Er steht für Glück und für den Kreislauf der Natur in einer Ecke der Krippe. Im Laufe der Zeit hat sich der Caganer zu einer echten Trendfigur entwickelt. Der Bauer mit roter Mütze hat sich gewandelt und wird in allen Formen und Farben auf den Weihnachtsmärkten und sogar im Internet verkauft. So zeigt er sich zum Beispiel auch in Form von Angela Merkel, Lionel Messi, Spongebob oder eines katalanischen Unabhängigkeitskämpfers - so bringt er katalanische Familien und Touristen jedes Jahr aufs neue zum Lachen.
Na dann "Frohe Weihnacht du kleiner Scheißer" ;-)
Mittwoch, 12. Dezember 2012
The Independence-Movement of Catalonia (university project)
Mit den folgenden Bildern möchte ich die katalanische Unabhängigkeitsbewegung erklären. Im Rahmen eines Uniprojektes hatten wir die Aufgabe eine neue, innovative Art von Journalismus auszuprobieren und zu entdecken. Dabei bin ich auf die Idee einer Art Bildergeschichte gekommen. Ich hoffe, euch gefällt es. Nicht wundern, der Unikurs ist auf Englisch und somit auch das Projekt.
Anleitung zum Lesen der Geschichte: Falls ihr die Geschichte lesen möchtet, könnt ihr einfach mit eurer Maus über die Bilder fahren. Dabei öffnen sich kleine Hotspots. Geht ihr dann mit der Maus auf diese Punkte seht ihr Texte oder Videos. Viel Spaß damit!
With the following pictures I want to explain the independence movement of Catalonia. In a university project we had to think about new and innovative forms of journalism and i think that this way is a possible way of doing it.
If you want to read the story, you have to move your mouse over the pictures. If you do so small hotspotswith text or videos appear. Like that you can collect piece for piece the whole story.
Have fun!
Catalonia and the independece movement

Why do the Catalans want to be independent?

Artur Mas and the election

The results of the election
Anleitung zum Lesen der Geschichte: Falls ihr die Geschichte lesen möchtet, könnt ihr einfach mit eurer Maus über die Bilder fahren. Dabei öffnen sich kleine Hotspots. Geht ihr dann mit der Maus auf diese Punkte seht ihr Texte oder Videos. Viel Spaß damit!
With the following pictures I want to explain the independence movement of Catalonia. In a university project we had to think about new and innovative forms of journalism and i think that this way is a possible way of doing it.
If you want to read the story, you have to move your mouse over the pictures. If you do so small hotspotswith text or videos appear. Like that you can collect piece for piece the whole story.
Have fun!
Catalonia and the independece movement
Why do the Catalans want to be independent?
Artur Mas and the election
Catalonia - be proud and sing
The results of the election
Freitag, 16. November 2012
Schlittschuhfahren bei 13 Grad?
Im Winter hat es in Barcelona (an guten Tagen) eine Durchschnittstemperatur von 13 Grad. Klingt aus deutscher Sicht für einen Winter viel zu warm. Mehr nach Herbst als nach Schnee, Glühwein und Handschuhen.
Doch auch diesen Winter bringt die Stadtverwaltung das Winter-Weihnachts-Gefühl nach Barcelona. Auf dem größten und zentralsten Platz der Stadt, dem Placa Catalunya, wird seit einer Woche eine riesige Eislauffläche aufgebaut. Ab dem 22. November kann dann jeder (Tourist) bei Sonnenschein und 13 Grad Celcius Schlittschuh fahren.
Damit das Eis nicht schmilzt wird die Eisfläche überdacht sein und muss gekühlt werden. Das kostet viel Energie und Geld. Besonders fraglich erscheint diese Aktion vor allem mit dem Hintergrund der aktuellen finanziellen Situation Barcelonas. Eigentlich müsste man annehmen, dass die Stadt versuchen sollte so viel Geld wie möglich zu sparen. Stattdessen wird die Eisbahn aufgebaut und in allen großen Straßen Barcelonas eine aufwändige Weihnachtsbeleuchtung aufgehängt.
Auch Politiker betrachten das Projekt kritisch. Die Ökosozialisten im Stadtrat hoffen, dass es dieses Jahr das letzte Mal eine Eisfläche geben wird. Parteiführer Ricard Gomà warf Bürgermeister Javier Trias vor, "wenig nachhaltig" zu handeln und und den Kindern ein "falsches Bild" zu vermitteln. Selbst die Einnahmen, die die Stadt mit dem Projekt erzielt, seien bei nicht hoch genug um den immensen Aufwand zu rechtfertigen. Zudem gebe es keine traditionellen oder kulturellen Hintergründe für den Bau einer Eisfläche.
Ich bin auf die Eisfläche und Weihnachtsbeleuchtung gespannt. Gerade ist es für mich unvorstellbar, dass hier ab nächster Woche tatsächlich so etwas wie Winterstimmung aufkommen soll. Heute war ein perfekter Frühlingstag mit warmen 18 Grad und purem Sonnenschein....
Mittwoch, 14. November 2012
14N - Generalstreik in Spanien
Erste Bild-Eindrücke vom Generalstreik in Barcelona:
Generalstreik in Spanien. Schon vorab wurde angekündigt, dass sich rund 85 % der Beschäftigten Kataloniens am heutigen Generalstreik beteiligen. Geschäfte und Schule blieben geschlossen, Metro/Tram/Bus fuhren zu den Stoßzeiten nur zu 33 Prozent, der Rest des Tages stellten sie den Betrieb sogar ganz ein, mindestens 50 Prozent der Flüge nach Barcelona wurden gestrichen.
Nach und nach versammelten sich immer mehr Menschen und zogen gemeinsam mit Fahnen, Trillerpfeifen und gemeinsamen Liedern durch die Straßen. Aktuellen Schätzungen zufolge versammelten sich bis zu 1 Million Menschen auf der Straße.
Mitten im katalonischen Wahlkampf symbolisierten die Menschenmassen abermals ihren großen Wunsch nach Unabhängigkeit. Während sich der Generalstreik im Rest Spaniens hauptsächlich gegen die Kürzungen und Steuererhöhungen der spanischen Regierung richtet, haben die Bürger Kataloniens eine zweite Aussage: die Unabhängigkeit. Zu sehr fühlen sie sich von der spanischen Regierung benachteiligt. Dabei scheint ihr einziger Weg aus der Krise eine (utopische) Abtrennung von Spanien.
In Barcelona demonstrierten tausende auf den Straßen, fast alle Läden blieben geschlossen. Das große Kaufhaus "El Corte Inglés" am Placa Catalunya, das trotz des Streiks geöffnet hatte, musste von einem riesigen Polizeiaufgebot beschützt werden. Innerhalb kürzester Zeit versammelten sich Demonstranten vor den Eingängen und beklatschen jeden Einkäufer, der das Gebäude verließ hämisch. Gleichzeitig richteten sie ihre Parolen gegen die Polizisten. Für viele ist es unverständlich, warum in Katalonien die Polizei aufgestockt wird und das Geld für die Bildung gekürzt wird.
Doch nicht nur die Polizei erntet den Zorn der Demonstranten. Auch Parolen gegen die spanische und katalonische Regierung sind auf den Plakaten wieder zu finden, wie schon in Griechenland und Portugal wird jetzt auch hier in Spanien Angela Merkel beschimpft (doch weitaus harmloser!).
| Die Banken wurden zur Sicherheit verbarrikadiert. |
| Anscheinend sind nicht mal die Sitzbänke sicher davor geklaut zu werden, |
| Schon früh sicherte die Polizei mit einem Großaufgebot die Straßen. |
| Fast alle Bankautomaten in Barcelona wurden zugeklebt. |
| Bei ihren Kostümen waren die Demonstranten einfallsreich. |
| Alle großen Geschäfte in der Innenstadt wurden geschlossen. |
| Musiker versuchten mit ihrem Lied und viel nackter Haut Aufmerksamkeit zu erregen. |
| Diese beiden Freiheitsstatuen erinnern mit ihrem Plakat an Martin Luthers Rede: "Eines Tages werden alle ihren Blick erheben und gemeinsam eine gerechte und freie Erde erblicken." |
| Auch mit Merkel wurden an diesem Tag abgerechnet. |
| Hunderttausende versammelten sich und zogen durch die größten Straßen Barcelonas. |
| Wir, mittendrin im Getummel, wurden mit verschiedenen Fahnen und Aufklebern ausgestattet. |
| Das Logo der Bank "La Caixa" wurden mit einem neuen "Ersatzlogo" überklebt "Mörder" |
| Auf die Schaufenster der Banken sprayten Demonstraten immer wieder die gleiche Aussage: "Too many cops, too little justice" |
| Das geschützte Apple-Geschäft war von außen nicht mehr zu erkennen. |
![]() |
| Gegen 20.30 Uhr versammeln sich immer mehr Barcelonesen, es kommt zu ersten Ausschreitungen. |
Sonntag, 14. Oktober 2012
Perspektivlos
Über 50 Prozent der Jugendlichen in Spanien haben keine Job, 24,5 Prozent aller Spanier sind arbeitslos. Es ist ein trauriger Weltrekord für Spanien.
Perspektivlosigkeit, Geldprobleme und Zukunftsängste.
Liest man in Deutschland diese Nachrichten, machen sie betroffen und nachdenklich. Doch wirklich vorstellbar wird die Situation im Land nicht.Wie auch? Am Ende sind Zahlen immer nur Zahlen und Nachrichten bei der gegenwärtigen Nachrichtenflut nur Randnotizen.
Und dann ist man hier, mitten in dem Land der Geldprobleme und Arbeitslosigkeit.
Zu Beginn wird man geblendet von der glänzenden Fassade. Die Stadt beeindruckt, überall herrscht gute Laune. Unterstützt vom Wetter werden die Gedanken an die Probleme des Landes in die hintersten Ecken verdrängt.
Und doch ist es die Realität.Auf den ersten Blick vielleicht nicht gleich sichtbar, dann aber umso größerer Eindringlichkeit. Läuft man mit wachem Auge durch die Stadt, sieht man sie: die Menschen die überall auf der Straße leben. Die Menschen, die unaufhaltsam die Mülltonnen durchwühlen. Die Menschen, die mit allen Tricks versuchen an Geld zu kommen. Und man weiß, dass es gleichzeitig noch viel mehr von ihnen gibt, dass diese Auflistung ewig weiter gehen könnte.
In meiner WG herrscht das gleiche Bild. Zwei meiner drei Mitbewohner sind arbeitslos. Ihren Job haben sie von einem Tag auf den anderen verloren, ohne Vorwarnung. Bei der gegenwärtigen Situation haben sie keine Aussicht auf neue Arbeitsstellen, Viel zu viele suchen verzweifelt Jobs.
Mein Mitbewohner Luis zum Beispiel dachte er hätte ein Firmenmeeting um einen neuen Auftrag zu besprechen. Als er in den Raum kam waren dort noch 9 andere Mitarbeiter und ihr Vorgesetzter. Seine einzigen Worte waren: "Es tut mir leid, aber sie sind alle entlassen." Kurz und dafür umso schmerzvoller. Um sich für später neue Perspektiven zu erarbeiten versucht Luis jetzt Englisch zu lernen. Sein Traum: Auswandern, in ein Land mit vielen Jobs. Am Besten Skandinavien, Mexiko oder Chile.
Meine Mitbewohnerin Rossa hat mittlerweile wieder einen Job gefunden. Nein, eigentlich hat sie zwei Jobs. Sie ist zum einen Krankenschwester in einem staatlichen Krankenhaus in Barcelona. Doch weil der Staat kein Geld mehr hat, können die Menschen, die für den Staat arbeiten nicht mehr ausreichend bezahlt werden. Überstunden sind unentgeltlich und wenn man am Ende mehr als ein Drittel seines Lohns bekommt, kann man sich glücklich schätzen. Ein Job reicht also nicht aus, um sich über Wasser zu halten und ist keine Garantie auf Lohn, selbst beim Staat nicht. Außerdem beschreibt sie die Situation in den öffentlichen Krankenhäusern mittlerweile als so desolat, dass sie sagt, ihr würde es keinen Spaß mehr machen dort zu arbeiten. Mehr noch, es täte ihr Leid um jeden Patienten den sie und die Ärzte mit der mickrigen Ausrüstung behandeln müssten. Weil das Geld fehlt, wird an allem gespart. Viele technische Ausstattung wurde verkauft oder steht einfach nur noch als Dekoration in der Ecke. Sie zu verwenden wäre viel zu teuer. Um genug Geld zu verdienen hat Rossa sich jetzt einen zweiten Job gesucht. Jetzt arbeitet sie von 7 Uhr bis 15 Uhr im Krankenhaus. Und von 16 Uhr bis Mitternacht in einer privaten Firma. Zeit für ein richtiges Leben bleibt dabei nicht.
Perspektivlosigkeit, Geldprobleme und Zukunftsängste.
Liest man in Deutschland diese Nachrichten, machen sie betroffen und nachdenklich. Doch wirklich vorstellbar wird die Situation im Land nicht.Wie auch? Am Ende sind Zahlen immer nur Zahlen und Nachrichten bei der gegenwärtigen Nachrichtenflut nur Randnotizen.
Und dann ist man hier, mitten in dem Land der Geldprobleme und Arbeitslosigkeit.
Zu Beginn wird man geblendet von der glänzenden Fassade. Die Stadt beeindruckt, überall herrscht gute Laune. Unterstützt vom Wetter werden die Gedanken an die Probleme des Landes in die hintersten Ecken verdrängt.
Und doch ist es die Realität.Auf den ersten Blick vielleicht nicht gleich sichtbar, dann aber umso größerer Eindringlichkeit. Läuft man mit wachem Auge durch die Stadt, sieht man sie: die Menschen die überall auf der Straße leben. Die Menschen, die unaufhaltsam die Mülltonnen durchwühlen. Die Menschen, die mit allen Tricks versuchen an Geld zu kommen. Und man weiß, dass es gleichzeitig noch viel mehr von ihnen gibt, dass diese Auflistung ewig weiter gehen könnte.
In meiner WG herrscht das gleiche Bild. Zwei meiner drei Mitbewohner sind arbeitslos. Ihren Job haben sie von einem Tag auf den anderen verloren, ohne Vorwarnung. Bei der gegenwärtigen Situation haben sie keine Aussicht auf neue Arbeitsstellen, Viel zu viele suchen verzweifelt Jobs.
Mein Mitbewohner Luis zum Beispiel dachte er hätte ein Firmenmeeting um einen neuen Auftrag zu besprechen. Als er in den Raum kam waren dort noch 9 andere Mitarbeiter und ihr Vorgesetzter. Seine einzigen Worte waren: "Es tut mir leid, aber sie sind alle entlassen." Kurz und dafür umso schmerzvoller. Um sich für später neue Perspektiven zu erarbeiten versucht Luis jetzt Englisch zu lernen. Sein Traum: Auswandern, in ein Land mit vielen Jobs. Am Besten Skandinavien, Mexiko oder Chile.
Meine Mitbewohnerin Rossa hat mittlerweile wieder einen Job gefunden. Nein, eigentlich hat sie zwei Jobs. Sie ist zum einen Krankenschwester in einem staatlichen Krankenhaus in Barcelona. Doch weil der Staat kein Geld mehr hat, können die Menschen, die für den Staat arbeiten nicht mehr ausreichend bezahlt werden. Überstunden sind unentgeltlich und wenn man am Ende mehr als ein Drittel seines Lohns bekommt, kann man sich glücklich schätzen. Ein Job reicht also nicht aus, um sich über Wasser zu halten und ist keine Garantie auf Lohn, selbst beim Staat nicht. Außerdem beschreibt sie die Situation in den öffentlichen Krankenhäusern mittlerweile als so desolat, dass sie sagt, ihr würde es keinen Spaß mehr machen dort zu arbeiten. Mehr noch, es täte ihr Leid um jeden Patienten den sie und die Ärzte mit der mickrigen Ausrüstung behandeln müssten. Weil das Geld fehlt, wird an allem gespart. Viele technische Ausstattung wurde verkauft oder steht einfach nur noch als Dekoration in der Ecke. Sie zu verwenden wäre viel zu teuer. Um genug Geld zu verdienen hat Rossa sich jetzt einen zweiten Job gesucht. Jetzt arbeitet sie von 7 Uhr bis 15 Uhr im Krankenhaus. Und von 16 Uhr bis Mitternacht in einer privaten Firma. Zeit für ein richtiges Leben bleibt dabei nicht.
Feiertage im Supersonderangebot
Hallo ihr Lieben,
ich habe euch schon erzählt, dass die Katalanen groß sind im Streiken. Eine andere und diesmal eine weitaus erfreulichere Paradedisziplin sind die Feiertage. Seit ich hier bin hatten wir schon vier Feiertage. Alle waren sie unter der Woche und alle haben sie uns ein verlängertes Wochenende beschert: paradiesisch! Und das geht bis Weihnachten auch noch munter so weiter :) Denn hier gibt es eine ganz einfache Rechnung um auf noch mehr freie Trage zu kommen: Wenn der Donnerstag ein Feiertag ist, ist automatisch der Freitag ein Brückentag. Warum auch fleißig sein? Und so habe ich lange Wochenende ab dem 1. November und dem 6.Dezember.
Und bei all den Bemühungen möglichst viele Feiertage zu sammeln, vergessen die Katalonen sogar, dass sie unabhängig sein wollen und alles Spanische auf die Pest hassen. Unter dieser Doppelmoral sind die spanischen Feiertage in Katalonien auch frei.
Am vergangenen Freitag, den 12.Oktober, war spanischer Nationalfeiertag "Día de la Hispanidad". Zu diesem Anlass trafen sich Vertreter aller Regionen Spaniens in Madrid. Wirklich alle? Nein, Katalonien war die einzige Gemeinschaft, die keinen Repräsentanten in die Hauptstadt schickte. Die Begründung des katalonischen Ministerpräsidenten Mas: Zum katalonischen Nationalfeiertag am 11.September sei kein offizieller Vertreter nach Barcelona gekommen. Warum sollte jetzt ein Katalonischer kommen?
Und trotzdem feierten rund 6000 Menschen friedlich den spanischen Nationalfeiertag. Allen voran die Parteimitglieder der PP (Partido Popular) Kataloniens. Ihr Motto: "Wir sind Spanier UND Katalonen". Die konservative Volkspartei PP setzt sich dafür ein, dass Katalonien ein Teil Spaniens bleibt und nicht unabhängig wird. Mit diesem Ziel treten sie auch bei den katalonischen Neuwahlen am 25.November an.
Gleichzeitig fand auf dem Placa Universitaria eine größere Demonstration (7000 Menschen) von Indenpendistas, Unabhängigkeitsverfechtern, statt.
ich habe euch schon erzählt, dass die Katalanen groß sind im Streiken. Eine andere und diesmal eine weitaus erfreulichere Paradedisziplin sind die Feiertage. Seit ich hier bin hatten wir schon vier Feiertage. Alle waren sie unter der Woche und alle haben sie uns ein verlängertes Wochenende beschert: paradiesisch! Und das geht bis Weihnachten auch noch munter so weiter :) Denn hier gibt es eine ganz einfache Rechnung um auf noch mehr freie Trage zu kommen: Wenn der Donnerstag ein Feiertag ist, ist automatisch der Freitag ein Brückentag. Warum auch fleißig sein? Und so habe ich lange Wochenende ab dem 1. November und dem 6.Dezember.Und bei all den Bemühungen möglichst viele Feiertage zu sammeln, vergessen die Katalonen sogar, dass sie unabhängig sein wollen und alles Spanische auf die Pest hassen. Unter dieser Doppelmoral sind die spanischen Feiertage in Katalonien auch frei.
Am vergangenen Freitag, den 12.Oktober, war spanischer Nationalfeiertag "Día de la Hispanidad". Zu diesem Anlass trafen sich Vertreter aller Regionen Spaniens in Madrid. Wirklich alle? Nein, Katalonien war die einzige Gemeinschaft, die keinen Repräsentanten in die Hauptstadt schickte. Die Begründung des katalonischen Ministerpräsidenten Mas: Zum katalonischen Nationalfeiertag am 11.September sei kein offizieller Vertreter nach Barcelona gekommen. Warum sollte jetzt ein Katalonischer kommen?
Und trotzdem feierten rund 6000 Menschen friedlich den spanischen Nationalfeiertag. Allen voran die Parteimitglieder der PP (Partido Popular) Kataloniens. Ihr Motto: "Wir sind Spanier UND Katalonen". Die konservative Volkspartei PP setzt sich dafür ein, dass Katalonien ein Teil Spaniens bleibt und nicht unabhängig wird. Mit diesem Ziel treten sie auch bei den katalonischen Neuwahlen am 25.November an.
Gleichzeitig fand auf dem Placa Universitaria eine größere Demonstration (7000 Menschen) von Indenpendistas, Unabhängigkeitsverfechtern, statt.
Im Süden tickt alles anders
"Im Süden ticken die Menschen anders." Nach mehr als einem Monat hier in Barcelona kann ich sagen, ja es stimmt.
Noch nie zuvor habe ich Menschen so oft demonstrieren und streiken sehen wie hier. In den vergangenen zwei Wochen gab es kaum einen Tag, an dem man problemlos mit Metro und Bus fahren konnte. Stattdessen wartet man jedes Mal Ewigkeiten auf die Transportmittel, bis man sich dann doch entschließt zu laufen. Denn nur selten werden die Streiks öffentlich angekündigt. Keine Chance also sich darauf vorzubereiten.
Leider kommt man dadurch immer mehr in Probleme mit der Uni. Der einfachste und schnellste Weg zu Uni ist mit Metro und Bus. Fallen die jedoch aus muss man laufen, laufen, laufen. Oder besser gesagt: hetzen! Denn, wer mehr als 10 Minuten zu spät zum Unterricht kommt, darf den Raum nicht mehr betreten und muss bis zur zweiten Stunde warten. Zusätzlich bekommt man einen Fehltag angerechnet. Am Ende sind aber nur 3 Fehltage erlaubt, sonst hat man den Kurs nicht bestanden. Also frei nach dem Motto "Sport ist kein Mord" walked man jedes Mal aufs Neue den Berg hoch.
Doch nicht nur die Fahrer der Nachverkehrsmittel streiken und demonstrieren, sondern auch die Polizisten. Begleitet von lauten Schüssen ziehen sie eindrucksvoll durch die Straßen um den Placa Catalunya. Wütende Gesichter, laute Chöre und immer wieder dieses Knallen. Nach der Demonstration hinterlässt der "Freund und Helfer" bei mir Misstrauen und ordentlich Respekt. Wenn nun auch schon die Polizisten demonstrieren, wer ist dann da im Zweifelsfall?
Von Tag zu Tag wird die Stimmung hier aufgeheizter. Viele Gruppen versuchen sich noch schnell vor den vorgezogenen Neuwahlen am 25.November Gehör zu verschaffen. Dabei verdeutlichen sie immer mehr: wir brauchen Veränderung! So kann und darf es nicht weiter gehen.
Mittwoch, 10. Oktober 2012
Unentschieden in jedem Sinn
"Mès que un club" - mehr als ein Club. Der Slogan des FC Barcelona sollte am vergangenen Sonntag beim Clásico gegen Real Madrid noch deutlicher werden als sonst. Schon Tage vorher fieberten die Barcelonesen diesem wichtigen Ereignis entgegen. Man wollte ganz Spanien zeigen, dass es um viel mehr geht als nur Fußball.
Seit Wochen rücken die Bewohner Kataloniens näher zusammen und kämpfen gegen die Steuerungerechtigkeit in Spanien. (Die Katalanen müssen viel mehr Abgaben zahlen als der Rest Spaniens) Ihr auserkorenes Ziel: Katalonien muss unabhängig werden, nur so können die Ziele gelöst werden.
Bei einem auf den ersten Blick gewöhnlichen Fußballspiel FC Barcelona vs. Real Madrid trafen also zwei Welten aufeinander: die Katalanen und die Spanien. So machte der Kampf um die Unabhängigkeit Kataloniens auch nicht vor dem Stadion Camp Nou halt. Im Gegenteil, es wurde angenommen, dass er sich dort noch verschärfen würde.
Bevor das Spiel los ging, versammelten sich die Barcelonesen ausgestattet mit FC Barcelona-Trikots und Unabhängigkeits-Fahnen in den Bars. Die Stimmung war erwartungsvoll, begeistert und enthusiastisch. Eine Stimmung, die mit der vor EM- oder WM-Spielen vergleichbar ist.

Gleichzeitig wurde im Stadion durch ein Mosaik auf farbigem Papier die weltgrößte katalonische Flagge geformt. "Inde - inde - independencia". Der Forderung nach Unabhängigkeit hallte durch das Stadion und die Zuschauer vor der Leinwänden stiegen ein. Ein politischer Fußballspiel, bei dem nicht "Barca", sondern die "independencia" im Vordergrund stand.
Und doch hat Barcelona meiner Meinung nach am Ende mehr erreicht als Madrid. Sie haben ihre Forderung nach "independencia" weiter in die Welt getragen, verbreitet durch geballte mediale Aufmerksamkeit. Stück für Stück, so dass nach und nach allen bekannt werden wird, dass es sich bei der momentanen politischen Unstimmigkeiten innerhalb Spaniens um mehr handelt als nur um ein kurzfristiges Problem.
Der Sprechchor "independencia
Seit Wochen rücken die Bewohner Kataloniens näher zusammen und kämpfen gegen die Steuerungerechtigkeit in Spanien. (Die Katalanen müssen viel mehr Abgaben zahlen als der Rest Spaniens) Ihr auserkorenes Ziel: Katalonien muss unabhängig werden, nur so können die Ziele gelöst werden.
Bei einem auf den ersten Blick gewöhnlichen Fußballspiel FC Barcelona vs. Real Madrid trafen also zwei Welten aufeinander: die Katalanen und die Spanien. So machte der Kampf um die Unabhängigkeit Kataloniens auch nicht vor dem Stadion Camp Nou halt. Im Gegenteil, es wurde angenommen, dass er sich dort noch verschärfen würde.
Bevor das Spiel los ging, versammelten sich die Barcelonesen ausgestattet mit FC Barcelona-Trikots und Unabhängigkeits-Fahnen in den Bars. Die Stimmung war erwartungsvoll, begeistert und enthusiastisch. Eine Stimmung, die mit der vor EM- oder WM-Spielen vergleichbar ist.

Gleichzeitig wurde im Stadion durch ein Mosaik auf farbigem Papier die weltgrößte katalonische Flagge geformt. "Inde - inde - independencia". Der Forderung nach Unabhängigkeit hallte durch das Stadion und die Zuschauer vor der Leinwänden stiegen ein. Ein politischer Fußballspiel, bei dem nicht "Barca", sondern die "independencia" im Vordergrund stand.
Doch nach dem Spiel ebbten diese Emotionen schnell wieder ab. 2:2. Unentschieden. Offiziell hatte weder Barcelona noch Madrid gewonnen. Weder Katalonien noch Spanien konnte ein "klares Zeichen" setzen.
Normalerweise wird selbst im Falle eines Remis noch Stunden nach dem Spiel auf den Straßen Barcelonas gefeiert. Nicht so am Sonntag. Stattdessen herrschte Enttäuschung, hatten die Barcelonesen doch ihren Wunsch nach Gerechtigkeit in dieses Spiel projiziert. Mit dem Endergebnis wurden sie auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt: der Weg zur Unabhängigkeit wird lang und steinig sein.Und doch hat Barcelona meiner Meinung nach am Ende mehr erreicht als Madrid. Sie haben ihre Forderung nach "independencia" weiter in die Welt getragen, verbreitet durch geballte mediale Aufmerksamkeit. Stück für Stück, so dass nach und nach allen bekannt werden wird, dass es sich bei der momentanen politischen Unstimmigkeiten innerhalb Spaniens um mehr handelt als nur um ein kurzfristiges Problem.
Der Sprechchor "independencia
Montag, 24. September 2012
La mercé is crazy!
Hallo ihr Lieben,
die Katalonen ticken anders, das habe ich in den letzten Tage auf jeden Fall feststellen können. Aber gestern war der wahrscheinlich verrückteste Umzug, den ich jemals gesehen habe und gesehen werde. Im Rahmen des Stadtfestes "La Mercé" sind zwei Stunden lang Menschen verkleidet als Feuerteufel mit Feuerwerfen durch die Straßen gezogen. Hört sie spannend und nach viel Spaß an, oder? Ja, das war es auch. Aber ich war noch nie so fasziniert und panisch gleichzeitig! Es hätte mir schon zu denken geben sollen, als ich davor im Internet gelesen habe: WICHTIG: feuerfesten Pullover, Mütze, Sonnenbrille und einen Schal mitbringen.
Taucht mit mir ein in den Umzug der Correfoc. (Und verzeiht die schlechte Bildequalität, ich hatte Angst :D)


Am Anfang sah alles noch so schön (harmlos!) aus:



die Katalonen ticken anders, das habe ich in den letzten Tage auf jeden Fall feststellen können. Aber gestern war der wahrscheinlich verrückteste Umzug, den ich jemals gesehen habe und gesehen werde. Im Rahmen des Stadtfestes "La Mercé" sind zwei Stunden lang Menschen verkleidet als Feuerteufel mit Feuerwerfen durch die Straßen gezogen. Hört sie spannend und nach viel Spaß an, oder? Ja, das war es auch. Aber ich war noch nie so fasziniert und panisch gleichzeitig! Es hätte mir schon zu denken geben sollen, als ich davor im Internet gelesen habe: WICHTIG: feuerfesten Pullover, Mütze, Sonnenbrille und einen Schal mitbringen.
Taucht mit mir ein in den Umzug der Correfoc. (Und verzeiht die schlechte Bildequalität, ich hatte Angst :D)
Am Anfang sah alles noch so schön (harmlos!) aus:
Dann kamen die ersten Anzeichen auf das, was uns gleich erwarten würde:
Langsam flackerten die ersten Augen ängstlich auf. Wer noch nicht vermummt war, griff zügig zu Pulli, Tuch und Brille und versteckte jede nackte Körperstelle hinter einer schützenden Schicht zu verbergen. Meine Begleiterinnen hatten den Warnhinweis nicht ernst genommen und kamen in Top und T-Shirt. Das das keine gute Idee war sollten sie noch früh genug merken.
Dumpfe, rhythmische Trommelschläge erfüllten die Straße. Hallten an den hohen Häuserwänden wieder wie Schlachtrufe. "Dumm, dumm, dumm, dumm" Ein Marsch, der unaufhörlich weiter auf uns zurollte. "Sie kommen, schnell zur Seite!", ruft meine Freundin Bettina. "Wir müssen irgendwie in die letzte Reihe kommen, ich will nicht das meine Haare brennen." Schnell versuchten wir uns möglichst nah an die Häuserwände zu stellen, leider hatten den gleichen Plan auch alle anderen und so standen wir fast in der ersten Reihe.
Und dann waren sie da...
Wirklich, so einen Umzug habe ich noch nie in meinem Leben gesehen und ich bin mir sicher, dass so etwas auch in kaum einem anderen Land erlaubt werden würde! Die Feuerteufel sind mit ihren Feuerwerken mitten in die Menschenmenge. Von überall her hat es Funken geregnet. Immer mehr Dampf stieg in den Himmel und die Funken regneten einfach weiter auf uns ein. Auf der Haut taten die Funken richtig weh. Die meiste Zeit war man einfach nur damit beschäftigt sich wegzudrehen und möglichst klein zu machen. Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie sehr ich geschrien habe.
Keine Sorge, mir geht es gut und ich habe mich von dem aufwühlenden Abend erholt.
Besitos!
Linda
PS: Gestern wurde mir von jemandem prophezeit, dass bald ein Bürgerkrieg in Barcelona/Katalonien ausbrechen wird. Ja, das gestern konnte man wohl als Bürgerkrieg bezeichen :D Jedenfalls stelle ich es mir genauso vor ;-)
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